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2 genial hilfreiche Sichtweisen zum Umgang mit körperlichen Limits im Yoga

Vermutlich machst du Yoga oder hast gerade begonnen. Bist enorm motiviert. Übst ziemlich regelmässig. Bemerkst möglicherweise auch schon erste positive körperliche Veränderungen.
Alles scheint wunderbar zu sein.
Doch eines Tages… Du siehst in einem Buch oder einem Video eine coole Asana (Yogahaltung). Wow – das Teil sieht super aus. Wäre doch gelacht, wenn du die nicht hinbekommst…
Und jetzt passiert es. Du kommst nicht so weit runter, oder kannst nicht die Beine soweit krätschen – was auch immer. Dein Körper sagt ganz deutlich: Stop – geh bitte nicht weiter!

Nun aber starten deine Autopiloten. Je nachdem wie du mit “Problemen” umgehst, passieren zwei Dinge:

a) Mehr pushen als gesund ist.
Dann wird in die Dehnung reingewippt, gedrückt, die Luft angehalten… Lauter ziemlich ungesunde Dinge – die nebenbei so gar nicht`s mehr mit Yoga zu tun haben.
oder/ und
b) Der Negativstrudel springt an.
Alle anderen sind viel besser, ich kann das eh nicht, ich bin eben viel zu unbeweglich… war eh ne komische Idee mit Yoga anzufangen. Im schlimmsten Fall war’s das dann auch schon mit dem Yogapfad.
Nur weil der Körper mal zu dir gesprochen hat?

Früher oder später wirst auch du im Yoga mit körperlichen Limits konfrontiert sein. Damit du nicht in diese mentale Falle tappst hier die versprochenen zwei sehr hilfreichen Sichtweisen:

Sichtweise 1 – Zeitfenster
Yoga ist ein lebenslanger Prozess! Das ist doch ein schönes Gegenspiel zu unserem Alltag. Da sind wir immer auf der Suche nach schnellen Lösungen: Speeddating, Speednapping, Lebensmittel to go…
Yoga erinnert uns in unserer hektischen Welt wieder an das Hier und Jetzt. Der Augenblick zählt. Heute bist du eben nicht so dehnbar – ok. Im Leben geht es doch auch nicht immer nur bergauf. Jeder von uns erlebt seine Höhen und Tiefen. Genau so wird es in deinem Yoga sein. Dort wirst du keine lineare Verbesserung erfahren. Du bist eingeladen immer wieder auf neuen Plateaus zu verweilen.
Geduld und Achtsamkeit im lebenslangen Prozess…

Sichtweise 2 – Ehrlichkeit
In einer der wichtigsten philosophischen Schriften des Yoga (Yogasutra – Patanjali) ist eine Kernaussage das Thema “Ehrlichkeit” (Satya).
Dort vor allem auch Ehrlichkeit dir selbst gegenüber. Im Yoga ist es keine Schande, Schwäche wenn du dir deine körperlichen Limits eingestehst. Ganz im Gegenteil. Denn gerade hier hat das ja sehr viel mit Eigenverantwortung gegenüber deinem Körper zu tun.
Daher gilt auch die Sichtweise, was der Mensch neben dir auf der Matte macht ist völlig “wurscht”. Freue dich viel lieber, dass dein Körper überhaupt noch zu dir spricht! 😉
Ich weiß aus der eigenen Erfahrung das ist nicht immer leicht umzusetzen. Auf jeden Fall wesentlich gesünder.

Freut mich, wenn ich dir mit dem Artikel ein paar Anregungen geben konnte.
Vielleicht treffen wir uns mal auf der Matte?

Bis demnächst.

Herzliche Grüße

Helmut